Haustierkosten: Können zum Teil steuerlich geltend gemacht werden

Datum: 11.07.2018

Kosten für Haustiere können teilweise von der Steuer abgesetzt werden – zum Beispiel, wenn während Zeiten der (Urlaubs-)Abwesenheit ein Tiersitter eingesetzt wird, der das Haustier im Haushalt des Steuerzahlers versorgt. Denn dann liegt eine haushaltsnahe Dienstleistung im Sinne des § 35a Einkommensteuergesetz vor.

Zu den absetzbaren Tätigkeiten gehören laut Lohnsteuerhilfe Bayern beispielsweise das Füttern, die Fellpflege, die Reinigung des Katzenklos, Käfigs oder Aquariums und die Beschäftigung mit dem Tier. Auch das «Gassigehen» falle unter die haushaltsnahen Dienstleistungen, sofern der Hund im Haushalt abgeholt und danach wieder dorthin gebracht wird.

Wie für alle haushaltsnahen Dienstleistungen gelte, dass das Finanzamt sie nur dann anerkennen kann, wenn die Vergütung des Tiersitters auf Rechnung und per Überweisung erfolgt, betont die Lohnsteuerhilfe. Steuerlich anerkannt würden 20 Prozent der Ausgaben für die Arbeitszeit sowie die An -und Abfahrt. Materialkosten, wie das Futter selbst, fielen nicht darunter. Bis zu 4.000 Euro könne die Steuerlast dadurch direkt reduziert werden. Übernimmt die Nachbarin unentgeltlich einen Gefälligkeitsdienst, könne natürlich nichts abgesetzt werden. Dasselbe gelte, falls das Tier vorübergehend in einer Pension untergebracht wird.

Aber auch unterjährig seien Ausgaben für den Vierbeiner steuerlich begünstigt. Wird das «Gassigehen» von Dogwalkern gegen Bezahlung übernommen, gilt selbiges wie für den Urlaub. Das komme gerade den berufstätigen Tierhaltern zugute. Wird ein mobiler Tierfriseur in den Haushalt des Tierhalters bestellt, seien Dienstleistungen wie baden, schneiden, trimmen, entfilzen, Zahnstein entfernen oder Krallen schneiden auch als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar.

Entschließt sich ein Tierhalter, anstatt oder als Ergänzung zum Besuch einer Hundeschule einen Personal Trainer zur Erziehung des Hundes in der gewohnten Umgebung zu engagieren, und finde das Training im Haushalt beziehungsweise auf dem Grundstück des Tierhalters statt, sei die Steuerentlastung abermals gesichert. Zu guter Letzt könne im Rahmen der Höchstbeträge für sonstige Vorsorgeaufwendungen bei der Einkommensteuererklärung die Prämie für die Tierhaftpflichtversicherung zusätzlich geltend gemacht werden.

Lohnsteuerhilfe Bayern e.V., PM vom 02.07.2018