Urteil im NSU-Prozess: «Lebenslang» für Zschäpe

Datum: 12.07.2018

«Lebenslang» – so lautet das gegen Beate Zschäpe ergangene Urteil, das das Oberlandesgericht (OLG) München am 11.07.2018 im NSU-Verfahren verkündet hat. Das Gericht stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld der Angeklagten fest.

Das OLG München hat Zschäpe als Hauptangeklagte unter anderem wegen Mordes in neun Fällen (so genannte Ceska-Serie), wegen versuchten Mordes in 32 tateinheitlichen Fällen (Nagelbombenattentat in der Keupstraße), wegen versuchten Mordes (Sprengstoffanschlag in der Probsteigasse), wegen Mordes und Mordversuchs (an zwei Polizeibeamten in Heilbronn), wegen Raubüberfällen sowie wegen eines versuchten Mordes durch eine schwere Brandstiftung (Brandlegung in der Frühlingsstraße in Zwickau) sowie wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (NSU) schuldig gesprochen.

Gegen drei Mitangeklagte hat das OLG zeitige Freiheitsstrafen verhängt. Der Angeklagte Andre E. wurde wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung (NSU) zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Angeklagte Holger G. wurde wegen drei Fällen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Der Angeklagte Ralf W. schließlich wurde wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen («Ceska-Serie») zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Der zur Tatzeit heranwachsende Carsten S. wurde wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen («Ceska-Serie») zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt.

Oberlandesgericht München, PM vom 11.07.2018