Anna Schlamberger - Steuerberater

Tipps Steuer

Steuerrecht: Wenn die Familie dem Papa zum Arbeiten ins Ausland folgt

Verpflichtet sich ein Arbeitnehmer, drei Jahre lang für seinen Arbeitgeber im Ausland tätig zu sein, und darf er seine Frau und sein Kind mitnehmen, so ist das Problem zu lösen, wie der Anteil der Familienmitglieder an den Kosten eines angemieteten Hauses steuerlich zu ermitteln ist. Der Bundesfinanzhof hat das Niedersächsische Finanzgericht bestätigt, das zu dem Ergebnis gekommen war, dass dafür zunächst der gesamte Miet-Aufwand "nach Köpfen" aufzuteilen sei. In einem zweiten Schritt - um die Steuerfreiheit des vom Arbeitgeber zu erstattenden beruflich veranlassten Kostenanteils zu ermitteln - müsse ein so genannter Sockelbetrag ermittelt werden, dessen Höhe auch ein "Alleinreisender" in Anspruch nehmen könne. Dieser wurde hier mit 20 Prozent des Gesamtaufwandes festgelegt. Mit einem solchen prozentual konstanten Sockelbetrag sei sichergestellt, dass der privat veranlasste Mehraufwand proportional mit der Zahl der mitreisenden Familienmitglieder ansteigt. Denn die Größe der Wohnung steige naturgemäß mit der Zahl der Bewohner. (BFH, VI R 55/16) – vom 03.07.2018

Tipps Recht

Unfallversicherung: Sobald der Wettkampf im Vordergrund steht, tritt Schutz in den Hintergrund

Lädt ein Arbeitgeber (hier eine Postverteilstelle) seine 400 Beschäftigten mit den Familienangehörigen zu einem Volleyballturnier ein, so können die Aktiven an diesem Event nach einem Unfall während eines Spieles nicht damit rechnen, dafür Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung zu bekommen. Das Sozialgericht Wiesbaden argumentierte, dass der "Wettkampf" hier eindeutig im Vordergrund gestanden habe, nicht das "gesellige Beisammensein" - jedenfalls die Spielerinnen (hier eine Briefzustellerin) und Spieler betreffend. Außerdem hätten an dem Turnier auch Betriebsfremde teilnehmen dürfen. (SG Wiesbaden, S 32 U 34/14) – vom 20.11.2017