Anna Schlamberger - Steuerberater

Lexikon Steuer


Bauabzugssteuer / Bagatellgrenze

Von der Erhebung der Bauabzugsteuer kann abgesehen werden, wenn die Gegenleistung im Kalenderjahr voraussichtlich einen Betrag von 5.000 € nicht übersteigt. Diese Freigrenze erhöht sich auf 15.000 Euro, falls der Leistungsempfänger nur deshalb zum Abzug der Steuer verpflichtet ist, da er ausschließlich steuerfrei Vermietungsumsätze erbringt. Erbringt dieser Leistungsempfänger auch noch andere steuerpflichtige Umsätze, so verringert sich die Freigrenze wieder auf 5.000 Euro.

Die Bagatellgrenze gilt für jeden Leistungsempfänger (Handwerker/Baufirma) separat. Werden zum Beispiel von einem Leistenden (z.B. Bauherren) Aufträge an mehrere Handwerker vergeben. So ist die Bagatellgrenze für jeden Handwerker getrennt zu ermitteln. Der Bauherr sollte zu Beginn des Jahres ermitteln, in welcher Höhe die einzelnen Handwerker für ihn im Jahresverlauf Leistungen erbringen werden. Wird die Bagatellgrenze nicht erreicht, besteht keine Verpflichtung zum Abzug der Steuer. Stellt sich im Jahresverlauf heraus, dass die Freigrenze entgegen der Annahme überschritten wird, so muss der Leistende den Steuerabzug nachholen.

Wurde durch eine nachträgliche Erhöhung des Rechnungsbetrages die Bagatellgrenze überschritten, so muss der Steuerabzug für die gesamten im Jahr an denjenigen Handerker/Bauunternehmer gezahlten Rechnungsbeträge nachgeholt werden. Reicht der nachträglich zu zahlende Rechnungsbetrag für den Steuerabzug nicht aus, so muss der Steuerabzug nur in Höhe der noch zu erbringenden Zahlung durchgeführt werden.

Gesetze und Urteile (Quellen)

§ 52 Abs. 56 EStG

§ 48 EStG