Susann Schuster - Steuerberaterin

Tipps Steuer

Steuerrecht: Gewinne und Verluste dürfen vermengt werden

Verluste aus einer gewerblichen Tätigkeit (hier ging es um den Betrieb einer Photovoltaikanlage) stehen bei Überschreiten der so genannten Bagatellgrenze (die gewerblichen Nettoumsatzerlöse übersteigen nicht 3 % der Gesamtnettoumsätze der Personengesellschaft auch nicht den gültigen Höchstbetrag; hier waren das 24.500 €) einer Umqualifizierung der ansonsten vermögensverwaltenden Tätigkeit einer Gesellschaft bürgerlich Rechts (GbR) nicht entgegen. In dem konkreten Fall hatte die GbR auf einem von ihr vermieteten Grundstück eine Photovoltaikanlage errichtet und daraus (zunächst) Verluste erzielt. Dem Finanzamt gegenüber erklärte sie Einkünfte aus der Vermietung von Grundstücken sowie gewerbliche Verluste im Zusammenhang mit den Verlusten aus der Photovoltaik-Anlage - zu Recht. Verluste aus einer gewerblichen Tätigkeit können zur Umqualifizierung der vermögensverwaltenden Tätigkeit einer GbR führen. (BFH, IV R 42/19) - vom 30.06.2022

Tipps Recht

Verkehrsrecht: Auch zugelassener Auspuff darf nicht unnötig lärmen

Verursacht ein Motorradfahrer mit den manuell steuerbaren Klappen an seinem Auspuff (einer "Abgasklappensteuerungsanlage") mehrfach laute Auspuffgeräusche über jeweils knapp zehn Sekunden, so muss er wegen "Verursachung unnötigen Lärms" ein Bußgeld (hier in Höhe von 100 €) bezahlen. Er kann sich nicht mit der Begründung dagegen wehren, die Abgasanlage sei technisch einwandfrei und verfüge über eine gültige verkehrsrechtliche Zulassung. Er hat rücksichtslos gehandelt; insbesondere, wenn er den Lärm in einem innerstädtischen Wohngebiet zur anbrechenden Abendzeit an einem Karfreitag (also an einem stillen Feiertag) verursacht. (AmG Frankfurt am Main, 971 OWi 241 Js-OWi 26773/22)