Susann Schuster - Steuerberaterin

Lexikon Recht


Handlungsbegriff

Handlungsbegriff

Im Strafrecht jedes menschliche, willensgetragene, nach außen gerichtete Verhalten. Eine Handlung kann entweder in einem Tun oder Unterlassen bestehen.

Das Verhalten einer Person ist nur dann strafrechtlich relevant, wenn es vom Willen des Handelnden getragen ist. Über die weiteren Voraussetzungen, unter denen ein Verhalten strafrechtlich zu missbilligen sein kann, wird in Wissenschaft und Lehre seit jeher gestritten.

Durch die Rechtswissenschaft wurden verschiedene Handlungslehren aufgestellt (kausale Handlungslehre, finale Handlungslehre, soziale Handlungslehre, negative Handlungslehre, personale Handlungslehre), die "Handlung"definieren. Die praktischen Unterschiede sind jedoch eher gering. Der Rechtsprechung ist keine eindeutige Festlegung auf einen Handlungsbegriff zu entnehmen.

Keine Handlungen im strafrechtlichen Sinne und damit strafrechtlich ohne Bedeutung sind in jedem Fall:

  • Naturereignisse
  • tierisches Verhalten
  • Gedanken, Wünsche, Absichten.
  • Verhalten im Zustand der Bewusstlosigkeit oder im Schlaf
  • Reflexe
  • Fälle, in denen jemand infolge fremder Gewalteinwirkung (vis absoluta) keinen Einfluss auf sein Verhalten hat

Dagegen können Affekt- und Kurzschlusshandlungen nach herrschender Meinung Handlungen sein.