Marco Renkert - Steuerberater

Tipps Steuer

Doppelte Haushaltsf├╝hrung: Wann sich beteiligt wird, ist unerheblich

Wohnt ein lediger Berufstätiger zusammen mit seinem Bruder in der Obergeschosswohnung im Elternhaus (die Eltern leben im Erdgeschoss), und mietet er an seinem Arbeitsort eine Wohnung, so kann er die Kosten für eine doppelte Haushaltsführung auch dann geltend machen, wenn er keinen Mietvertrag mit seinen Eltern besitzt und sich auch nicht regelmäßig an den Haus- und Wohnungskosten im Elternhaus beteiligt. Überweist er am Jahresende einmal 1.200 Euro (100 € pro Monat rückwirkend als Kostenbeteiligung), übernimmt er 550 Euro von einer Rechnung für Fensterreparaturen und belegt er, dass er in dem Jahr für knapp 1.400 Euro Lebensmittel „für das Haus“ gekauft hatte, so genügt das. Das Finanzamt darf den Abzug der Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung nicht mit der Begründung ablehnen, die Beteiligung an laufenden Haus- und Wohnungskosten könne nicht rückwirkend herbeigeführt werden. Es ist weder dem Gesetzeswortlaut noch der Gesetzesbegründung zu entnehmen, dass es sich um „laufende Kostenbeteiligungen“ handeln muss. Auch auf den Zahlungszeitpunkt - Anfang, Mitte oder Ende des Jahres - komme es nicht an. Hat er mindestens zehn Prozent an den „haushaltsbezogenen Lebensführungskosten“ getragen, so ist die doppelte Haushaltsführung anzuerkennen. (Niedersächsisches FG, 9 K 209/18) – vom 18.09.2019

Tipps Recht

Reiserecht: Schlapper Biker-Guide und ungewisse Routen bringen keine Preisminderung

Auch wenn Mountainbiker eine über eine Agentur gebuchte Tour für zu wenig anspruchsvoll hielten, von dem Guide enttäuscht waren und insgesamt der Meinung waren, dass die ganze Tour nicht das gehalten hatte, was in der Ausschreibung versprochen worden ist, so können sie nicht den Reisepreis nachträglich mindern (hier gefordert in Höhe von 40 %), wenn sich in der Gesamtheit nicht feststellen lässt, dass „die Reise mit Fehlern behaftet war, die den Wert und die Tauglichkeit nach dem gewöhnlichen Nutzen gemindert haben“. Gerade die Art der Reiseleistung enthalte stets eine gewisse Ungewissheit über die Route. Auch, dass Höhenmeter „fehlten“ und viel Strecke über Asphalt (von 364 km knapp 85 km) ging, sei verkraftbar gewesen. (Weitere Beschwerden, die ins Leere gingen, waren, dass der Führer der Radreise eine schlechte Kondition gehabt und außerdem Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger angepöbelt habe.) (AmG München, 191 C 7612/19) – vom 28.10.2019