Marco Renkert - Steuerberater

Lexikon Recht


Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeit

Rechtliche Zugehörigkeit einer Person zu einem Staat.

Nach völkerrechtlichen Grundsätzen darf jeder Staat seine Staatsangehörigkeit eigenverantwortlich regeln. Dabei darf er allerdings nicht in das Recht eines anderen Staates eingreifen.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine Staatsangehörigkeit zu erwerben:

  • kraft Geburt
  • kraft Anerkennung (Einbürgerung)

Soweit die Staatsangehörigkeit kraft Geburt erworben wird, sind grundsätzlich zwei Modelle denkbar:

  • Territorialprinzip: Hier wird für die Staatsangehörigkeit an den Geburtsort angeknüpft (z. B. USA).
  • Abstammungsprinzip: Die Staatsangehörigkeit wird aufgrund Abstammung von einem Staatsangehörigen erworben.

In Deutschland ist die Staatsangehörigkeit im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) geregelt.

Nach deutschem Recht gilt grundsätzlich das Abstammungsprinzip. Ein Kind erwirbt mit Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt (§ 4 Absatz 1 StAG). Allerdings ist seit 1999 das Abstammungsprinzip durch das Territorialprinzip ergänzt worden. Ein Kind ausländischer Eltern wird deutscher Staatsangehöriger, wenn ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und EU-Bürger ist beziehungsweise eine Aufenthaltserlaubnis-EU oder eine Niederlassungserlaubnis besitzt (Optionsmodell nach § 4 Absatz 3 StAG). Bei doppelter Staatsangehörigkeit müssen sich die Betroffenen jedoch nach Erreichen der Volljährigkeit für einen der beiden Pässe entscheiden.

Außer durch Geburt kann die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben werden.

Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit ist nur möglich, soweit der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird (Art. 16 Absatz 1 Satz 2 Grundgesetz, § 17 StAG)

Praxistipp:

Seit 2005 gilt die Regelung, wonach die nachgewiesene erfolgreiche Teilnahme an einem Integrationskurs dazu führt, dass sich die Frist zur Einbürgerung von acht auf sieben Jahre reduziert (§ 10 Absatz 3 StAG).