Kinderfreibetrag oder Kindergeld: So genannte Günstigerprüfung entscheidend

Datum: 11.07.2019

Die Unterschiede zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag erläutert die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH).

Frauen und Männer mit leiblichen, mit adoptierten und – je nach Betreuungsumfang – mit Pflegekindern können 7.620 Euro im Jahr zusätzlich einnehmen, ohne dafür Steuern zu zahlen. So hoch ist laut VLH der so genannte Kinderfreibetrag 2019 inklusive dem Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf. Damit wolle der Staat erreichen, dass Eltern genug Geld zur Verfügung haben, um für ihre Kinder Dinge wie Essen, Wohnung, Betreuung oder eine Ausbildung bezahlen zu können.

Diesen Zweck habe aber auch das Kindergeld: Für jedes erste und zweite Kind bekämen Eltern seit dem 01.07.2019 204 Euro, für das dritte 210 Euro und für jedes weitere 235 Euro, und zwar jeden Monat steuerfrei. Sowohl Kindergeld als auch Kinderfreibetrag seien also steuerbegünstigt.

Der große Unterschied ist laut VLH: Das Kindergeld überweist der Staat jeden Monat auf das Konto der Eltern, nicht aber den Kinderfreibetrag. Stattdessen handele es sich beim Kinderfreibetrag um eine fiktive Rechengröße, nämlich 7.620 Euro für das Jahr 2019, die das Finanzamt rückwirkend vom zu versteuernden Jahreseinkommen der Erziehungsberechtigten abzieht.

Nur eine Form der Steuererleichterung dürften Eltern erhalten: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Das Finanzamt prüfe anhand der abgegebenen Steuererklärung, wovon Erziehungsberechtigte stärker profitieren ("Günstigerprüfung"), und gestehe ihnen die bessere Steuererleichterung zu.

Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V., PM vom 08.07.2019