Rentenerhöhung und Steuerpflicht: Vor allem Jahr des erstmaligen Rentenbezugs entscheidend

Datum: 11.07.2019

Zum 01.07.2019 wurden die Renten im Westen um 3,18 Prozent und um 3,91 Prozent im Osten angehoben. Anders als der ursprüngliche Rentenbetrag ist die Rentenerhöhung in voller Höhe steuerpflichtig. Rentner, die bisher keine Steuererklärung abgeben, können wegen der Rentenerhöhung in die Steuerpflicht rutschen. Hierauf weist der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) hin.

Er hat berechnet, ab welcher Rentenhöhe Steuern anfallen können. "Allein durch die jährliche Anpassung kommen nur wenige Rentner in die Steuerzahlung", erläutert BVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft. Das hänge vor allem damit zusammen, dass auch der steuerfreie Grundfreibetrag jährlich steigt.

Bis zu welcher Höhe eine Rente steuerfrei bleibt, hänge vor allem vom Jahr des erstmaligen Rentenbezugs ab. Bei Rentenbeginn 2005 oder früher werde ein Freibetrag in Höhe von 50 Prozent gewährt. Dieser errechne sich aus der Rente 2005. Alle späteren Jahrgänge hätten geringere Freibeträge.

Wer ausschließlich Rente aus der gesetzlichen Versicherung bezieht, kann aus einer vom BVL auf seinen Internetseiten (www.bvl-verband.de) bereit gestellten Tabelle ablesen, bis zu welcher Rentenhöhe keine Steuern anfallen. Maßgeblich sei hierbei die Bruttorente, bevor die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgehen. Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner gölten die doppelten Werte. Wenn noch andere Einkünfte vorliegen, muss laut BVL im Einzelfall berechnet werden, ob eine Steuer anfällt. Wenn neben den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung noch weitere steuermindernde Aufwendungen berücksichtigt werden können, beispielsweise für Spenden, Krankheitskosten oder Handwerkerleistungen, könnten auch höhere Rentenbeträge steuerfrei bleiben. Eine Steuererklärung sei dann aber in der Regel Pflicht.

Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V., PM vom 05.07.2019