Pflege-Pauschbetrag: Steuerliche Entlastung für Angehörige

Datum: 12.09.2019

Wer einen Angehörigen pflegt, kann Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro im Jahr haben. Hierauf weist die Lohnsteuerhilfe Bayern hin.

Der Pflege-Pauschbetrag werde unabhängig von tatsächlich angefallenen Aufwendungen gewährt. Belege für Ausgaben müssten also nicht vorgelegt werden, so die Lohnsteuerhilfe. Die Pauschale mindere das steuerbare Einkommen in voller Höhe, selbst wenn die Pflege sich nicht über das gesamte Jahr erstreckt. Pflegt ein Kind zum Beispiel beide Elternteile, verdoppele sich der Pauschbetrag auf 1.848 Euro. Teilen sich zum Beispiel Geschwister die Pflege eines Elternteils, werde der Pflege-Pauschbetrag auf beide aufgeteilt und jeder erhalte 462 Euro. Der Pflege-Pauschbetrag könne mit der Einkommensteuererklärung rückwirkend beantragt oder als sofortiger Freibetrag für den monatlichen Lohnsteuerabzug eingetragen werden.

Der Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag ist laut Lohnsteuerhilfe an verschiedene Voraussetzungen geknüpft. Erstens müsse die zu pflegende Person dauerhaft hilflos sein und habe entweder den Pflegegrad 4 oder 5 bescheinige oder den Vermerk "H" im Behindertenausweis eingetragen bekommen. Zweitens müsse der Pflegende selbst entweder in seiner Wohnung oder der des Pflegbedürftigen pflegen. Ein ambulanter Pflegedienst dürfe ergänzend beauftragt werden, aber nicht zeitgleich pflegen und der persönliche Pflegeanteil müsse mindestens zehn Prozent betragen. Drittens müsse es sich beim Pfleger um einen Angehörigen oder eine sehr nahestehende Person handeln. Viertens müsse die Pflege unentgeltlich erfolgen. Es dürfe weder eine Aufwandsentschädigung noch eine Vergütung erfolgen.

Erhält der Pfleger ein Pflegegeld von der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung, sei das zwar steuerfrei, aber der Pflege-Pauschbetrag werde nicht mehr gewährt. Eine Ausnahme stellten Eltern dar, die für ihr Kind Pflegegeld erhalten. Sie könnten den Pflege-Pauschbetrag zusätzlich nutzen. Verwaltet der Pfleger das Pflegegeld für den Pflegedürftigen treuhänderisch, sei das unschädlich. In diesem Fall sollte das Pflegegeld auf einem getrennten Konto eingehen und die Belege dafür, dass die Ausgaben ausschließlich der zu pflegenden Person zugutekommen, sollten für das Finanzamt aufgehoben werden, rät die Lohnsteuerhilfe abschließend.

Lohnsteuerhilfe Bayern e.V., PM vom 03.09.2019