Gewerbesteuer: Rekordeinnahmen in Hessen

Datum: 07.12.2018

Die Gewerbesteuereinnahmen in Hessen betrugen in den ersten drei Quartalen über 3,8 Milliarden Euro. Die hessischen Gemeinden hätten damit den Bruttowert des Vergleichszeitraums von 2017 um 115 Millionen Euro oder drei Prozent übertroffen, so die neusten vorläufigen Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamts. Der seit 2010 zu beobachtende Aufwärtstrend habe sich auch 2018 fortgesetzt.

Wie das Statistische Landesamt mitteilt, entfielen 73 Millionen Euro und damit fast zwei Drittel des Zuwachses auf die Stadt Frankfurt am Main, deren Gewerbesteuereinnahmen erfahrungsgemäß starken Fluktuationen ausgesetzt seien. Weitere 53 Millionen Euro der Mehreinnahmen könnten den vier anderen kreisfreien Städten zugeordnet werden, sodass für die 418 kreisangehörigen Städte und Gemeinden in der Summe ein Minus von elf Millionen Euro verbleibe. Auffällig sei, dass die Zahl der Gewinner-Gemeinden (Anstieg der Gewerbesteuer gegenüber dem ersten Dreivierteljahr des Vorjahres) in den ersten drei Quartalen 2018 deutlich gesunken sei: Seien es 2016 und 2017 jeweils noch knapp 300 (294 und 292) gewesen, so sei die Zahl im Jahr 2018 auf 226 gefallen, den drittniedrigsten Wert seit 2010. Dass hiermit bereits eine Trendwende eingeläutet ist, halten die Statistiker jedoch noch nicht für evident.

Von den kreisfreien Städten konnten laut Statistischem Landesamt Frankfurt, Darmstadt und Offenbach zulegen. Wiesbaden und Kassel hätten weniger an Gewerbesteuer eingenommen. Die Zunahme in Darmstadt (plus 56,6 Prozent auf 130 Millionen Euro) erkläre sich vor allem durch einen Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen im zweiten Quartal 2017 und eine damit verbundene Absenkung des Referenzwertes. Frankfurt sei auf fast 1,4 Milliarden Euro (plus 5,6 Prozent) gekommen. Die Gewerbesteuereinnahmen in Offenbach seien um 91,8 Prozent auf knapp 81 Millionen Euro gestiegen. Die Rückgänge in den Städten Wiesbaden (minus 7,4 Prozent auf 226 Millionen Euro) und Kassel (minus 10,8 Prozent auf 119 Millionen Euro) dürften im Bereich der normalen Fluktuationen liegen.

Bei den kreisangehörigen Städten und Gemeinden stellt sich die Lage nach Angaben des Landesamtes gewohnt uneinheitlich dar. Besonders schwer getroffen habe es die Stadt Langenselbold im Main-Kinzig-Kreis: Aufgrund einer Gewerbesteuerrückzahlung seien die Gewerbesteuereinnahmen dort ins Negative gelaufen und hätten mit einem Minus von elf Millionen Euro einen Rückgang von 201,3 Prozent verursacht. Aber auch Baunatal im Landkreis Kassel habe einen Rückgang von minus 86 Prozent hinnehmen müssen und habe knapp fünf Millionen Euro eingenommen. Außergewöhnliche Zuwächse hätten die Städte Kelsterbach und Marburg verbuchen können: In Kelsterbach hätten sich die Gewerbesteuereinnahmen um 181,8 Prozent auf gut 16 Millionen Euro erhöht, in Marburg um 109,5 Prozent auf 109 Millionen Euro.

Hessisches Statistisches Landesamt, PM vom 07.11.2018