Steuerkanzlei Börsch

 

Jörg Börsch              

Dipl. Betriebswirt - Steuerberater

Tipps Steuer

Häusliche Handwerkerleistung: Öffentliche Mischwasserleitung bringt keinen Steuervorteil

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass bei der Neuverlegung einer öffentlichen Mischwasserleitung als Teil des öffentlichen Sammelnetzes die Steuerermäßigung für häusliche Handwerkerleistungen nicht in Anspruch genommen werden kann. (Hier ging es darum, dass vor der Verlegung der Leitung über eine Sickergrube auf dem Grundstück entsorgt worden waren. Von den Kosten in Höhe von knapp 4.000 Euro wollten die Hausbesitzer 20 % des darin enthaltenen Lohnanteils als "haushaltsnahe Handwerkerleistung" steuerwirksam absetzen. Der BFH entsprach dem nicht: Die Handwerkerleistung habe nicht "in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang zum Haushalt" gestanden. Denn bei den 4.000 Euro habe es sich um einen Baukostenzuschuss gehandelt, der im Unterschied zu einem Hausanschluss nicht nur einzelnen Grundstückseigentümern, sondern allen Nutzern des allgemeinen Versorgungsnetzes zugute komme. Er werde damit nicht "im Haushalt" erbracht. (BFH, VI R 18/16) – vom 21.02.2018

Tipps Recht

Arbeitslosengeld I: Wer auch nur zum Partner zieht, darf nicht dafür bestraft werden

Anders als das Bundessozialgericht ist das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen der Auffassung, dass eine arbeitende Frau, die zu ihrem nichtehelichen Lebenspartner in eine andere Stadt zieht und dort nicht sofort einen neuen Job findet, keine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld I aufgebrummt bekommen darf. Das Gericht ist der Auffassung, dass der Umzug einen "wichtigen Grund" darstelle, das bisherige Arbeitsverhältnis aufzulösen. Dazu müsse der "Umzugsgrund" nicht in der Person eines Verlobten, Ehepartners oder "getragener Lebenspartners" bestehen; das sei heute nicht mehr zeitgemäß. (LSG Niedersachsen-Bremen, L 7 AL 36/16) – vom 12.12.2017