Steuerkanzlei Börsch

 

Jörg Börsch              

Dipl. Betriebswirt - Steuerberater

Tipps Steuer

Werbungskosten: Ein Sky-Abo kann von einem TW-Trainer beruflich genutzt werden

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass es einem Fußballtrainer nicht grundsätzlich untersagt werden kann, die Kosten eines Sky-Bundesliga-Abos als Werbungskosten vom steuerpflichtigen Einkommen abzuziehen. Die pauschale Begründung, es handele sich dabei um privat veranlasste Kosten, konnte nicht durchdringen. Stellt sich heraus, dass das Bundesliga-Paket „weitaus überwiegend beruflich“ genutzt wird, so ist eine private Mitnutzung unschädlich. (Insgesamt machte der Trainer etwas mehr als 320 € in seiner Steuererklärung geltend. Der BFH verwies den Fall an das Finanzgericht zurück und legte diesem nahe, genau zu prüfen, wie der Torwarttrainer sein Abo nutze. Dazu könne das Gericht beispielsweise andere Trainer oder die Spieler befragen.) (BFH: VI R 24/16)  - vom 16.01.2019

Tipps Recht

Zivilrecht: Couragierter Fahrgast bleibt auf zwei Dritteln seines Schadens sitzen

Reißt sich ein Schwarzfahrer von einem Polizisten los, der ihn auf die Wache bringen will und stellt sich dem Flüchtenden ein anderer Fahrgast entgegen, so muss der Schwarzfahrer für die Verletzungen haften, die sich der couragierte  Mann bei dem Zusammenprall zuzieht, nachdem beide ins Gleisbett gestürzt waren. Es bestehe ein Anspruch auf Schadenersatz, so das Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Allerdings treffe den Verletzten auch ein erhebliches Mitverschulden. Er habe damit rechnen müssen, dass der Flüchtende nicht mehr reagieren könne und es deshalb zu einem heftigen Aufprall kommen würde. Ihm sei zugute zu halten, dass er spontan reagiert und kaum Überlegungszeit gehabt habe, die Schwere des verfolgen Delikts und den genauen Umfang des Risikos gegeneinander abzuwägen. Unter dem Strich entschied das Gericht, dass er zwei Drittel seines Schadens selber zu tragen habe. (OLG Frankfurt am Main, 10 U 173/15)