Martina Heyde
STEUERBERATER

Tipps Steuer

Steuerrecht: Der Wertverlust von Aktien nach Insolvenz wird anerkannt

Der Bundesfinanzhof hat mit Blick auf die steuerliche Anerkennung von Veräußerungsgeschäften eines Aktionärs entschieden, dass eine Vermögenslosigkeit der Aktiengesellschaft oder eine „entschädigungslose Ausbuchung“ der Aktien aus dem Depot einen Verlust darstellen können. Der Aktionär kann den Verlust in einem solchen Fall bei den Einkünften aus Kapitalvermögen steuerlich geltend machen. Werden solche schon vor der Löschung der AG im Register durch die depotführende Bank aus dem Depot des Aktionärs ausgebucht, so entsteht er bereits im Zeitpunkt der Ausbuchung. (BFH, VIII R 20/18) – vom 11.03.2021

Tipps Recht

Mietrecht: Auch «zugestellte» Wohnung darf nicht gekündigt werden

Auch wenn eine Mieterin die Wohnung derart zustellt, dass einzelne Räume nur noch beschränkt betreten werden können, ist das weder ein Grund für eine fristlose noch für eine ordentliche Kündigung des Mietvertrages. Der Vermieter kann nicht argumentieren, er müsse nicht warten, bis die Wohnung vermüllt oder von Ungeziefer befallen ist. Er habe kein "berechtigtes Interesse" an einer Kündigung, so das Landgericht Münster, da - "mangels konkreter Gefahr für die Mietsache oder des Ausgehens von Belästigungen von ihr - keine Vertragspflichtverletzung durch den Mieter und auch keine vertragswidrige Nutzung vorliegt". In dem konkreten Fall hatte die Frau zwar eine "grenzwertige Ansammlung" von (Alt-)Papier, Textilien und Erinnerungsstücken angehäuft. Allerdings bewegte sich das noch im Rahmen des "Bewohnens" einer Mietwohnung. Das gelte insbesondere dann, wenn ein Sachverständigengutachter weder Schimmel noch andere Verunreinigungen entdecken konnte. (LG Münster, 1 S 53/20)