Martina Heyde
STEUERBERATER

Tipps Steuer

Liebhaberei: «Phantom-Mieten» und halbherziges Kümmern führen zu «privat veranlasst»

Wohnte die Mutter einer Frau in einer Dachgeschosswohnung zur Miete in dem Haus, das die Tochter ansonsten mit ihrem Mann bewirtschaftet und auch selbst bewohnt, so ist es nicht glaubhaft, dass die Mutter auch nach ihrem Umzug in ein Seniorenheim weiterhin Miete bezahlt. Kann die Vermieterin außerdem nicht nachweisen, sich ernsthaft um eine Weitervermietung zu kümmern (hier gab sie an, im Freundes- und Bekanntenkreis sowie im Sportverein nach Interessenten gefragt zu haben), so kann sie die (Betriebs-)Kosten und Erhaltungsaufwendungen für die Mietwohnung nicht mehr vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen. Es ist dann eine private Veranlassung anzunehmen, die so genannte Liebhaberei. (FG Berlin-Brandenburg, 7 K 7252/15) – vom 08.11.2017

Tipps Recht

Kündigung: Wer nicht hören will, muss fühlen

Sammelt eine Reinigungskraft auf einem Flughafen Pfandflaschen für eigene Zwecke, so kann ihr fristlos gekündigt werden, wenn ihr das Sammeln vom Arbeitgeber verboten wurde, sie dafür schon mehrmals abgemahnt worden ist und auch bereits eine Kündigung deswegen erhalten hatte (die später in einem gerichtlichen Vergleich wieder zurückgenommen wurde). Sie hat damit "massiv und nachhaltig" gegen arbeitsvertragliche Haupt- oder Nebenpflichten verstoßen. (BAG, 2 AZR 235/18) – vom 23.08.2018