Dieter Bukowski
Steuerberatung

Lexikon Steuer


Stundung

Stundung

Zeitliches Hinausschieben der Fälligkeit einer Forderung.

Sie beruht in der Regel auf vertragliche Abrede, die gleich mit Vertragsschluss oder später erfolgen kann. Gerichte sind berechtigt, die Forderung auf:

  • den Zugewinnausgleich zu stunden, wenn die sofortige zur Unzeit erfolgen müsste (§ 1382 BGB)
  • den Pflichtteilsanspruch zu stunden, wenn die sofortige Erfüllung eine unbillige Härte für den Erben wäre (§ 23331a BGB)

Der Schuldner bleibt trotz Stundung zur vorzeitigen Erfüllung berechtigt.

Die Stundung ist ein Leistungsverweigerungsrecht (Einrede). Als solches hemmt sie die Verjährung (§ 205 BGB).

Eine nachträglich vereinbarte Stundung ist eine Vertragsänderung. Sie ist nur wirksam, wenn sie den Formerfordernissen des Vertrages entspricht. Die nachträgliche Vereinbarung ist den meisten Fällen als eine Anerkennung der Forderung durch den Schuldner anzusehen, was statt der Hemmung zu einem Neubeginn der Verjährung führt (§ 212 BGB).

Im Steuerrecht können die Finanzbehörden Steuerforderungen nur stunden, wenn

  • die Einziehung der Forderung eine erhebliche Härte für den Schuldner wäre und
  • der Anspruch durch die Forderung nicht gefährdet erscheint.