Dieter Bukowski
Steuerberatung

Lexikon Recht


Frachtbrief

Frachtbrief

Urkunde über den Abschluss eines Frachtvertrages.

Der Absender des Frachtgutes hat dem Frachtführer auf Verlangen einen Frachtbrief auszustellen. Ein genereller Frachtbriefzwang besteht nicht. Statt eines Frachtbriefes werden häufig auch Lieferscheine oder Ladelisten verwendet.

Wird ein Frachtbrief ausgestellt, müssen laut § 408 Absatz 1 Satz 1 des Handelsgesetzbuches (HGB) zumindest folgende Angaben enthalten sein:

  • 1. Ort und Tag der Ausstellung
  • 2. Name und Anschrift des Absenders
  • 3. Name und Anschrift des Frachtführers
  • 4. Stelle und Tag der Übernahme des Gutes sowie die für die Ablieferung vorgesehene Stelle
  • 5. Name und Anschrift des Empfängers und eine etwaige Meldeadresse
  • 6. die übliche Bezeichnung der Art des Gutes und die Art der Verpackung, bei gefährlichen Gütern ihre nach den Gefahrgutvorschriften vorgesehene, sonst ihre allgemein anerkannte Bezeichnung
  • 7. Anzahl, Zeichen und Nummern der Frachtstücke
  • 8. das Rohgewicht oder die anders angegebene Menge des Gutes
  • 9. die vereinbarte Fracht und die bis zur Ablieferung anfallenden Kosten sowie einen Vermerk über die Frachtzahlung
  • 10. den Betrag einer bei der Ablieferung des Gutes einzuziehenden Nachnahme
  • 11. Weisungen für die Zoll- und sonstige amtliche Behandlung des Gutes
  • 12. eine Vereinbarung über die Beförderung in offenem, nicht mit Planen gedecktem Fahrzeug oder auf Deck

Der Frachtbrief, der sowohl vom Frachtführer als auch vom Absender unterzeichnet wurde, dient - bis zum Beweis des Gegenteils - als Beweisurkunde über:

  • den Abschluss des Frachtvertrages
  • den Inhalt des Frachtvertrages
  • die Übernahme des Frachtgutes durch den Frachtführer

Außerdem begründet er die - widerlegbare - Vermutung, dass das Gut und seine Verpackung bei der Übernahme durch den Frachtführer in äußerlich gutem Zustand waren und dass die Anzahl der Frachtstücke und ihre Zeichen und Nummern mit den Angaben im Frachtbrief übereinstimmen - außer der Frachtführer hat einen begründeten Vorbehalt in den Frachtbrief eingetragen. So kann er vermerken, dass ihm eine Prüfung der Fracht mangels geeigneter Mittel nicht möglich war.

Praxistipp:

Für die Unterzeichnung des Frachtbriefes durch den Absender reicht eine mechanisch vervielfältigte Unterschrift.