Dieter Bukowski
Steuerberatung

Lexikon Recht


Feststellung der Vaterschaft

Feststellung der Vaterschaft

Gerichtliches Verfahren zur Begründung der Vaterschaft eines Kindes.

Mit der Feststellung der Vaterschaft soll gerichtlich geklärt werden, wer der leibliche Vater eines Kindes ist. Die Klage kann erhoben werden durch:

  • das Kind
  • die Mutter
  • den Mann, der sich für den Kindesvater hält

Soweit das Kind minderjährig ist, wird die Klage häufig durch das Jugendamt als Beistand des Kindes erhoben.

Die Klage ist zulässig, wenn eine tatsächliche Unsicherheit über die Vaterschaft besteht (Feststellungsinteresse).

Zuständig ist ausschließlich das Familiengericht, in dessen Bezirk das Kind seinen Wohnsitz hat. Klagt die Mutter, ist auch das Familiengericht zuständig, in dem die Mutter ihren Wohnsitz hat. Der Ablauf des Verfahrens ist in den §§ 640 bis 641i der Zivilprozessordnung (ZPO) geregelt.

Der Vaterschaftsnachweis erfolgt durch ein Abstammungsgutachten. Dafür werden dem potentiellen Vater und dem Kind eine Blutprobe entnommen und anschließend die DNA der beiden verglichen.

Wurde die Vaterschaft festgestellt, entsteht ab Rechtskraft des Urteils ein Verwandtschaftsverhältnis. Daraus resultieren:

  • Unterhaltspflichten des Vaters gegenüber Kind und Mutter
  • Erbansprüche des Kindes bei Tod des Vaters
  • die doppelte Staatsbürgerschaft des Kindes, wenn die Mutter Ausländerin und der Vater Deutscher ist
  • Zeugnisverweigerungsrechte

Neben der Vaterschaftsfeststellung kann die Vaterschaft begründet werden:

  • bei ehelichen Kindern durch die gesetzliche vermutete Vaterschaft des Ehemanns (§ 1592 Nr. 1 BGB).
  • bei nichtehelichen Kindern durch ein freiwilliges Anerkenntnis der Vaterschaft (§ 1592 Nr. 2 BGB).

Die negative Vaterschaftsfeststellung wird als Vaterschaftsanfechtung bezeichnet. Es handelt sich ebenfalls um ein familiengerichtliches Verfahren.

Praxistipp:

Weigert sich der vermutliche Vater an dem Beweisverfahren durch die Duldung einer Blutentnahme mitzuwirken, wird die Untersuchung durch eine Zwangsvorführung durchgeführt.