Tipps Steuer

Steuerrecht: Auch nachtr├Ąglich kann es beim Finanzamt noch haushaltsnah zugehen...

Erhält ein Mieter von seinem Vermieter erst mit erheblicher Verspätung eine Spezifikation seiner Betriebskostenabrechnung mit einer Auflistung auch der Beträge, die im Rahmen von "haushaltsnahen Dienstleistungen" zu 20 Prozent vom steuerpflichtigen Einkommen abgesetzt werden können, so kann er auch nach Bestandskraft seines Steuerbescheides für das betreffende Jahr den auf ihn entfallenden Betrag nachträglich steuermindernd geltend machen. Denn maßgebend für die "verspätete" Geltendmachung war nicht ein Versehen, sondern, "dass dem Steuerzahler die Betriebskostenabrechnung, aus der sich die Entstehung abziehbarer Aufwendungen ergaben, selbst erst ein halbes Jahr nach Durchführung der Einkommensteuerveranlagung für das Vorjahr, von der Verwaltungsgesellschaft für das Mietshaus erhalten hatte". (FG Köln, 11 K 1319/16) – vom 24.08.2016

Tipps Recht

Reiserecht: Der erste Ansprechpartner zahlt auch die Entsch├Ądigung

Hat ein Luftverkehrsunternehmen einen Flug von Frankfurt am Main nach Singapur storniert und eine andere Gesellschaft damit beauftragt und fliegt diese 16 Stunden zu spät ab, so dass am Endziel (Sydney) eine Verspätung von 23 Stunden zusammengekommen ist, so kann sich die ursprünglich gebuchte Gesellschaft nicht mit der Begründung aus der Verantwortung stehlen, sie habe mit der Ersatzgesellschaft ihre Schuldigkeit nach der Stornierung getan. Der Bundesgerichtshof sprach den Reisenden den für diese Distanz üblichen Anspruch auf Ausgleichszahlung (hier in Höhe von 600 € pro Person) zu. Denn dieser werde nicht bereits dadurch ausgeschlossen, dass die Gesellschaft ein Angebot zur anderweitigen Beförderung unterbreitet. Auch die Tatsache, dass die Reisenden gegen die Gesellschaft angehen könnten, die tatsächlich zu spät geflogen war, ändere nichts an dem Recht der Passagiere, sich an den „ersten Vertragspartner“ zu halten. (BGH, X ZR 73/16) – vom 10.10.2017