Anzeigepflicht für Steuergestaltungen: Sollte sich an Mandanten richten

Datum: 13.09.2017

Die von der Europäischen Kommission geplante Pflicht zur Anzeige bestimmter Steuergestaltungsmodelle sollte nicht so genannten Intermediäre treffen, sondern die Mandanten selbst. Dies fordert die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) zum Schutz des Vertrauensverhältnisses zwischen Wirtschaftsprüfern und ihren Mandanten, dem der bisherige Richtlinienvorschlag der Kommission nicht ausreichend Rechnung trage.

Hintergrund: Am 21.06.2017 hat die Kommission einen Richtlinienvorschlag zum verpflichtenden automatischen Informationsaustausch in der Besteuerung veröffentlicht. Der Entwurf sieht unter anderem eine Pflicht für so genannte Intermediäre vor, bestimmte, grenzüberschreitende Steuergestaltungsmodelle an die zuständigen Finanzbehörden zu melden. Dies kann auch Wirtschaftsprüfer/vereidigte Buchprüfer betreffen, die ihre Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten beraten.

Die WPK hat in ihrer Stellungnahme vom 18.08.2017 verdeutlicht, dass der Vorschlag das Vertrauensverhältnis zwischen Wirtschaftsprüfern/vereidigten Buchprüfern und ihren Mandaten nicht hinreichend berücksichtigt. Zum Schutz dieses wesentlichen Bestandteils der Berufsausübung müsse die Richtlinie eine klare Aussage darüber treffen, dass nicht die Berufsangehörigen, sondern die Mandanten selbst das Modell bei den Finanzbehörden melden. Außerdem sei die von der Europäischen Kommission vorgesehene Frist von nur fünf Tagen nach der Bereitstellung des Steuermodells wesentlich zu kurz.

Wirtschaftsprüferkammer, PM vom 11.09.2017