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Keller & Püschel

Lexikon Recht


Strafantrag

Strafantrag

Der Strafantrag ist eine Prozessvoraussetzung für das Einleiten bestimmter Strafprozesse.

Alle Verbrechen sind von Seiten der Staatsanwaltschaft zu verfolgen. Die meisten Vergehen ebenfalls. Beides sind sogenannte Offizialdelikte. Manche Vergehen werden jedoch nur verfolgt, wenn von dem durch die Tat Verletzten oder sonst Berechtigten ein Strafantrag gestellt worden ist. Man nennt diese Delikte Antragsdelikte. Einige Beispiele für solche Antragsdelikte sind:

  • Beleidigung,
  • leichte oder fahrlässige Körperverletzung,
  • Hausfriedensbruch,
  • einfache Sachbeschädigung.

Bei manchen Delikten ist es zwar der Normalfall, dass die Strafverfolgung erst auf Antrag hin aufgenommen wird; wenn die Staatsanwaltschaft jedoch das öffentliche Interesse bejaht, ist bei diesen Delikten aber eine Strafverfolgung dennoch möglich.

Antragsberechtigt ist der Verletzte oder die nach dem Strafgesetzbuch Berechtigten. Berechtigt ist beispielsweise der gesetzliche Vertreter für einen Geschäftsunfähigen oder der Ehegatte eines Verletzten, der verstorben ist. Dabei hat der Berechtigte eine Frist von drei Monaten zu beachten.

Der Antrag kann auch wieder zurückgenommen werden. Die Rücknahme kann noch bis zum Abschluss des Strafverfahrens erklärt werden. Ein zurückgenommener Antrag kann nicht nochmals gestellt werden.