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Lexikon Recht


Frankfurter Tabelle

Frankfurter Tabelle

Von der 24. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts entwickelte Tabelle, in der für häufig auftretende Reisemängel Quoten angegeben werden, nach denen der Reisepreis zu mindern ist.

Wird ein Reisevertrag geschlossen, so muss die gebuchte Reise die zugesicherten Eigenschaften haben und darf nicht mit Fehlern behaftet sein, die ihren Wert oder Nutzen aufheben oder mindern (§ 651c Absatz 3 Bürgerliches Gesetzbuch, BGB). Als Reisemangel gelten alle nach dem Vertragsschluss auftretenden Störungen einer Reise, soweit die Gründe dafür nicht allein in der Person des Reisenden liegen.

Ist eine Reise mangelhaft, kann der Reisende den Reisepreis nach § 651d Absatz 1 BGB mindern. Dabei ist der Reisepreis anteilig herabzusetzen. Der Reisepreis der mangelfreien Reise muss mit dem wirklichen Wert der Reise ins Verhältnis gesetzt werden.

In der Praxis ist die durch den Mangel eingetretene Wertminderung meist schwierig zu bestimmen. In aller Regel muss dabei richterlich geschätzt werden (§ 287 Zivilprozessordnung).

Die Frankfurter ist die bekannteste Orientierungshilfe für die Bestimmung der Reisepreisminderung. Sie gibt brauchbare Anhaltspunkte für die Berechnung. Dabei sind für die häufigsten Reisemängel Prozentsätze bestimmt, nach denen die Reise zu mindern ist.

Die Tabelle gliedert sich in vier Abschnitte:

  • Unterkunft (Gruppe I)
  • Verpflegung (Gruppe II)
  • Transport (Gruppe III)
  • Sonstige Mängel (Gruppe IV)

Weder für das Landgericht Frankfurt noch für andere Gerichte ist die Tabelle allerdings verbindlich, sie kann allenfalls als allgemein anerkannte Richtschnur angesehen werden.

Praxistipp:

Eine Minderung des Reisepreises setzt zwingend voraus, dass der Reisende die Mängel umgehend nach Erkennen beim Veranstalter oder dessen Vertreter angezeigt hat (§ 651d Absatz 2 BGB). Dem Veranstalter soll damit die Gelegenheit eingeräumt werden, dem Mangel abzuhelfen. Deshalb hat die Mängelanzeige gegenüber dem Reiseveranstalter und nicht gegenüber dem Leistungsträger (Hotel oder Beförderer) zu erfolgen. Ist eine örtliche Reiseleitung nicht vorhanden oder nicht erreichbar, muss im Regelfall der Reiseveranstalter in Deutschland informiert werden. Die jeweiligen Ansprechpartner werden häufig in den Reiseunterlagen genannt.