Tipps Steuer

Steuerrecht: Auch wenn die Fohlen nicht im eigenen Stall stehen, ist das Tierhaltung

Eine GmbH und Co. KG, die eine Pferdezucht betreibt, kann Verluste aus dieser Tätigkeit auch dann nicht mit Gewinnen aus anderen Einkünften steuerlich verrechnen, wenn sie eigene Stallungen und Flächen dafür nicht hat. Der Verlustausgleich darf nur mit Gewinnen aus der gewerblichen Tierzucht verrechnet werden. Die GmbH kann nicht argumentieren, dass es sich bei der Zucht nicht um eine landwirtschaftliche Erzeugung, sondern um eine gewerbliche Produktion handele. (Hier waren die Fohlen, um die es bei der Zucht überwiegend geht, bei Pensionswirten untergebracht.) Die GmbH wurde aber dennoch als Halter der Fohlen angesehen. Auch trage sie das wirtschaftliche Risiko dieser Tierhaltung, die - treten Verluste ein - dann auch nur mit Gewinnen aus der gewerblichen Tierhaltung verrechenbar seien. (FG Münster, 10 K 1145/18) – vom 28.01.2019

Tipps Recht

Verwaltungsrecht: Das politische Rheinhessen ist nicht das der Winzer

Das Verwaltungsgericht Koblenz hat entschieden, dass nicht jeder Wein, der in Rheinhessen angebaut wird, auch „Rheinhessischer Wein“ genannt werden darf. In dem konkreten Fall ging es um einen Winzer, der einen neuen Weinberg in einem Landkreis in Rheinhessen (hier: Bad Kreuznach) angelegt hatte und die „Erträge“ daraus als Rheinhessenwein verkaufen wollte. Die Landwirtschaftskammer verweigerte das mit der Begründung, dass „Rheinhessischer Wein“  eine Ursprungsbezeichnung sei, die durch die Europäische Union geschützt ist. Die Rebflächen des Winzers lägen außerhalb der Gebiete, die das Land vor rund zehn Jahren für das Prädikat "Rheinhessischer Wein" freigegeben hatte. (VwG Koblenz, 5 K 440/18) – vom 15.03.2019