Dipl.-Kfm. Siegfried Brockhaus
Steuerberater

Tipps Steuer

Erbschaftsteuer: Steuerberaterkosten "für" den toten Vater mindern die Zahlung

Beerbt eine Frau ihren Vater allein und muss sie nach dem Tod des Vaters für ihn noch eine Steuerer-klärung anfertigen (lassen), so können die Kosten dafür die Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlich-keiten mindern. In dem Fall vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg ging es um knapp 10.000 Euro Steuerberaterhonorar, das für eine Nacherklärung für einen Zeitraum von elf Jahren für in der Schweiz erzielte Kapitalerträge angefallen ist. Die Kosten für die Räumung der vom Vater bis zum Tod genutz-ten Wohnung (an der sie schon zu Lebzeiten des Vaters zu einem Viertel Miteigentümerin gewesen ist), konnte die Erbin jedoch nicht absetzen. Diese Aufwendungen in Höhe von rund 2.700 Euro seien nicht abzugsfähig, weil sie nicht verpflichtet war, die Wohnung zu räumen, sondern aus ihrem eigen-ständigen Entschluss entstanden sind. (FG Baden-Württemberg, 7 K 2712/18) – vom 15.05.2019

Tipps Recht

Arbeitsrecht: Nach 22 Jahren darf nochmal sachgrundlos befristet werden

Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass Arbeitgeber Arbeitsverträge in besonderen Fällen sachgrundlos befristen dürfen - auch, wenn der Arbeitnehmer bereits zuvor bei ihnen beschäftigt war. In dem konkreten Fall ging es um eine Frau, die zunächst als Hilfsbearbeiterin für Kindergeld und später dann als Telefonserviceberaterin eingesetzt worden ist. Liegt das erste Arbeitsverhältnis „sehr lange zurück“, so darf nochmal sachgrundlos befristet werden. (Hier lagen 22 Jahre zwischen den beiden Arbeitsverhältnissen). Üblicherweise ist die Befristung eines Arbeitsverhältnisses ohne sachlichen Grund nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein Vertrag bestand. Das gelte aber nicht nach einer so langen Zeit. (BAG, 7 AZR 452/17) – vom 21.08.2019