Dipl.-Kfm. Siegfried Brockhaus
Steuerberater

Einkommensteuer: Steuerzahlerbund fordert Reform

Datum: 15.04.2019

Nachdem die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bestätigt hat, dass Deutsche sehr hohe Steuern zahlen, fordert der Bund der Steuerzahler e.V. (BdSt) von der Politik eine Reform der Einkommensteuer.

Die deutschen Steuer- und Abgabenzahler belegten im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz, erläutert der BdSt. Nur in Belgien liege die Steuer- und Abgabenbelastung für Ledige noch höher. Dies bestätigten Zahlen der OECD, die am 11.04.2019 veröffentlicht worden seien.

Deswegen fordert der BdSt eine Einkommensteuerreform. Andere Länder machten es vor und hätten die Steuer- und Abgabenbelastung deutlich gesenkt. Dagegen sei die Belastung der Deutschen im internationalen Vergleich weiterhin hoch: In Deutschland zahlten schon gut ausgebildete Facharbeiter oft den Spitzensteuersatz, der bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von knapp 56.000 Euro greift. Die Politik müsse diesen Missstand beseitigen. Nur wirkliche Spitzenverdiener sollten auch den Spitzensteuersatz zahlen, meint der BdSt.

Laut BdSt hat die OECD festgestellt, dass die Steuer- und Sozialabgabenbelastung auf Arbeitseinkommen in Deutschland im Vergleich zu 2017 zwar leicht gesunken ist, aber weiter deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegt. So habe in Deutschland der Anteil von Steuern und Sozialabgaben an den Arbeitskosten für alleinstehende Durchschnittsverdiener 49,5 Prozent im Jahr 2018 betragen, während der Schnitt der OECD-Länder bei 36,1 Prozent gelegen habe. Für Familien mit einem Erwerbstätigen und zwei Kindern falle die Abgabenquote etwas günstiger aus. Bezogen auf die Arbeitskosten, würden hier 34,4 Prozent an Steuern und Sozialabgaben abgeführt. Damit liege Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 9.

Bund der Steuerzahler e.V., PM vom 11.04.2019